Werkstoff-Datenblatt

42CrMo4/ 1.7225 / 4140

Chrom-Molybdän-Vergütungsstahl

Norm
EN 10083-3
Lieferzustände
+A, +QT
Dichte
7.85 g/cm³
W.-Nr.
1.7225

Was ist 42CrMo4?

42CrMo4 (Werkstoffnummer 1.7225, entspricht AISI 4140) ist ein Chrom-Molybdän-legierter Vergütungsstahl nach EN 10083-3. Er enthält 0,38–0,45 % Kohlenstoff, 0,90–1,20 % Chrom und 0,15–0,30 % Molybdän. Im vergüteten Zustand (+QT) erreicht er je nach maßgebendem Querschnitt eine Streckgrenze von 650–900 MPa und eine Zugfestigkeit von 900–1300 MPa. Er ist der Standardwerkstoff für Wellen, Zahnräder und hochfeste Verschraubungen.

Chemische Zusammensetzung

Schmelzanalyse, Masse-% (gemäß der zutreffenden EN-Norm)

ElementBereich (%)
C0.38–0.45
Si≤ 0.40
Mn0.60–0.90
P≤ 0.025
S≤ 0.035
Cr0.90–1.20
Mo0.15–0.30

Mechanische Eigenschaften (+QT)

Die Werte hängen vom maßgebenden Querschnitt (d) ab.

Querschnitt (mm)Streckgrenze Re min (MPa)Zugfestigkeit Rm (MPa)Dehnung A min (%)
d ≤ 169001100–130010
16 < d ≤ 407501000–120011
40 < d ≤ 100650900–110012
100 < d ≤ 160550800–95013
160 < d ≤ 250500750–90014

Härte: +A (geglüht): ≤ 241 HB · +QT (vergütet): typisch 260–320 HB · Induktionsgehärtete Randschicht: 50–55 HRC

42CrMo4-Datenblatt: Eigenschaften und Verwendung

42CrMo4 ist der weltweit meistverwendete legierte Maschinenbaustahl. Chrom erhöht Härtbarkeit und Verschleißwiderstand, Molybdän verbessert die Warmfestigkeit und die Beständigkeit gegen Anlassversprödung. Diese Kombination härtet auch in großen Querschnitten gleichmäßig durch — deshalb ist 42CrMo4 die erste Wahl für schwere Wellen und Schmiedestücke. Typische Wärmebehandlung: Härten in Öl von 840–880 °C, Anlassen bei 540–680 °C (Vergüten). Lieferzustände: weichgeglüht (+A, ≤ 241 HB) oder vergütet (+QT, typisch 260–320 HB). Die Zerspanung ist im Zustand +A unproblematisch; im vergüteten Zustand müssen die Schnittwerte reduziert werden. Für die Serienzerspanung bietet sich die schwefellegierte Variante 42CrMoS4 (1.7227) an. Durch Induktionshärten sind Randhärten von 50–55 HRC erreichbar. Die Schweißeignung ist eingeschränkt: Wegen des hohen Kohlenstoffäquivalents sind 200–300 °C Vorwärmung, wasserstoffarme Zusatzwerkstoffe und Spannungsarmglühen nach dem Schweißen erforderlich. Aktif Çelik liefert 42CrMo4 als warmgewalzten Rundstahl, Blankstahl in h9/h11 sowie geschmiedete Stäbe bis 1000 mm — mit Abnahmeprüfzeugnis EN 10204 3.1.

Verwandter Fachartikel: 42CrMo4

Internationale Vergleichswerkstoffe

Mit ≈ markierte Werte sind nächstliegende Entsprechungen, keine exakten Äquivalente. Maßgebend ist die jeweilige Norm.

SystemWerkstoff
EN42CrMo4
W.-Nr. (DIN)1.7225
AISI/SAE4140
ASTMA29 / A322 (4140)
JISSCM440
GOST≈ 38ХМ (38KhM)
BS 970 (UK)708M40 (EN19)
GB (China)42CrMo

Detaillierter Vergleich: 42CrMo4 vs 4140

Anwendungen

  • Zahnräder, Wellen und Achsen
  • Kurbel- und Exzenterwellen
  • Hochfeste Schrauben der Klassen 8.8–12.9
  • Kolbenstangen für Hydraulikzylinder (Rohlinge vor dem Verchromen)
  • Werkzeugaufnahmen und Maschinenbauteile
  • Schmiedeteile für die Öl- und Gasindustrie

Häufig gestellte Fragen

Ist 42CrMo4 schweißbar?+

Nur bedingt. Wegen des hohen Kohlenstoffäquivalents besteht Kaltrissgefahr; erforderlich sind 200–300 °C Vorwärmung, wasserstoffarme Zusatzwerkstoffe und Spannungsarmglühen (ca. 550–650 °C) nach dem Schweißen. Für schweißintensive Konstruktionen sind Baustähle wie S355J2 besser geeignet.

Wie hart ist 42CrMo4 und wie wird er gehärtet?+

Im vergüteten Lieferzustand (+QT) typisch 260–320 HB (ca. 26–34 HRC). Gehärtet wird in Öl von 840–880 °C; die Gebrauchshärte wird über die Anlasstemperatur (540–680 °C) eingestellt. Durch Induktionshärten erreicht die Randschicht 50–55 HRC.

Was bedeutet der Zusatz +QT bei 42CrMo4?+

+QT steht für quenched and tempered — vergütet, also gehärtet und angelassen. Der Stahl wird von 840–880 °C in Öl abgeschreckt und anschließend bei 540–680 °C angelassen. Das Ergebnis ist hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Zähigkeit; Stäbe werden überwiegend in diesem Zustand bestellt.

Welche Zugfestigkeit hat 42CrMo4?+

Im vergüteten Zustand nach EN 10083-3 abhängig vom Querschnitt: 1100–1300 MPa bis 16 mm, 1000–1200 MPa bis 40 mm, 900–1100 MPa bis 100 mm und 750–950 MPa bei größeren Abmessungen. Die zugehörigen Mindest-Streckgrenzen liegen zwischen 900 und 500 MPa.

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Die Angaben auf dieser Seite sind Referenzwerte aus der zutreffenden EN-Norm; verbindlich sind die Werte des Abnahmeprüfzeugnisses (EN 10204 3.1).